Gewichtslimit: 90 kg Standard, bis 105 kg mit Aufpreis. Mindestalter: 18 Jahre in Deutschland und Österreich. Diese zwei Zahlen fassen das Wichtigste zusammen, aber zwischen Körpergewicht, BMI und länderspezifischen Regeln steckt mehr dahinter. Hier findest du die tatsächlichen Voraussetzungen für einen Tandemsprung, alle Kontraindikationen und deine Optionen, falls du an der Grenze liegst.
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Angebote vergleichenWelches Gewicht ist beim Tandem-Fallschirmspringen erlaubt?
Das Gewichtslimit hängt vom Sprungplatz ab. In Deutschland und Österreich liegt die Obergrenze meistens bei 90 kg. Einige Zentren nehmen Passagiere bis 105 kg an, gegen einen Aufpreis von 20 bis 35 €.
| Land | Gewicht Standard | Gewicht erweitert | Mindestgröße |
|---|---|---|---|
| Deutschland/Österreich | 90 kg | 105 kg (Aufpreis) | 140 cm |
| Schweiz | 90 kg | 100 kg (je nach Anbieter) | 140 cm |
| Frankreich | 85-95 kg | 100-110 kg (Aufpreis) | 140 cm |
| USA | 100 kg (220 lbs) | 113 kg (250 lbs) | variabel |
Nicht nur das Gewicht zählt: der BMI spielt mit
Sprungplätze schauen nicht ausschließlich auf die Waage. Ein Passagier mit 95 kg bei 1,90 m Körpergröße (BMI 26) hat ein deutlich günstigeres Profil als jemand mit dem gleichen Gewicht bei 1,60 m (BMI 37). Der Grund ist technisch: Das Tandemgurtzeug muss an Oberkörper und Oberschenkeln korrekt sitzen. Ab einem BMI über 30 wird die Anpassung schwieriger und die Körperposition im Freifall verändert sich.
Wenn du zwischen 90 und 100 kg wiegst, kontaktiere den Sprungplatz vor der Buchung direkt. Die meisten finden eine Lösung: leichterer Tandempilot, günstige Windverhältnisse, angepasste Ausrüstung.
Warum gibt es diese Limits?
Die Tandemausrüstung (Gurtzeug + Fallschirme) ist für ein Gesamtgewicht von 220 bis 240 kg zugelassen: Passagier, Tandempilot (~85 kg im Schnitt) und Equipment (~15 kg). Je schwerer der Passagier, desto höher die Freifallgeschwindigkeit (bis zu 220 km/h statt 200 km/h) und desto stärker die Belastung bei der Schirmöffnung. Im Preisüberblick für Fallschirmspringen erfährst du auch, warum manche Sprungplätze einen Aufpreis verlangen.
Ab welchem Alter darf man Fallschirmspringen?
Das Mindestalter unterscheidet sich je nach Land:
| Land | Mindestalter | Bedingungen |
|---|---|---|
| Deutschland | 18 Jahre | Einige Zentren ab 16 (Einverständniserklärung der Eltern) |
| Österreich | 18 Jahre | Ab 16 mit elterlicher Genehmigung möglich |
| Frankreich (FFP) | 15 Jahre | Einverständniserklärung Pflicht |
| USA (USPA) | 18 Jahre | Keine Ausnahmen |
Kein Höchstalter. Den Rekord halten Springer jenseits der 100. Einzige Bedingung: du musst die Beine bei der Landung anheben können und die Sprungposition halten (Arme vor der Brust verschränkt, Kopf nach hinten).
Für Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren in Deutschland muss ein Erziehungsberechtigter am Sprungtag anwesend sein oder eine schriftliche Einverständniserklärung vorlegen. Ein Mindestgewicht von 40 kg gilt ebenfalls.
Medizinische Kontraindikationen und Attest
In Deutschland ist ein ärztliches Attest nicht generell vorgeschrieben, aber viele Sprungplätze verlangen eine Selbstauskunft oder ein Attest bei Vorerkrankungen. Dein Hausarzt kann dir die Tauglichkeit bestätigen.
Wichtigste Kontraindikationen:
- Herzprobleme: Herzinsuffizienz, Herzinfarkt in der Vorgeschichte, unbehandelte Herzrhythmusstörungen
- Schwangerschaft: absolute Kontraindikation (Öffnungsschock des Fallschirms)
- HNO-Probleme: Empfindlichkeit bei Druckveränderungen, chronische Mittelohrentzündung, vorgeschädigtes Trommelfell
- Nicht stabilisierte Epilepsie: Anfallsrisiko in der Höhe
- Rücken- und Wirbelsäulenprobleme: akuter Bandscheibenvorfall, Wirbelkörperfrakturen (der Öffnungsschock belastet die Wirbelsäule)
- Kürzliche Operation: Freigabe des Chirurgen abwarten (in der Regel 3 bis 6 Monate)
Falls du unsicher bist, melde alle Vorerkrankungen dem Sprungplatz. Die Teams dort verweisen regelmäßig Personen an ihren Arzt, um die Tauglichkeit zu klären.
Wetterbedingungen: Wann wird nicht gesprungen?
Fallschirmspringen hängt direkt vom Wetter ab. Die Abbruchkriterien sind streng:
- Wind: ab 30 bis 40 km/h am Boden wird der Sprung verschoben
- Regen oder Gewitter: sofortige Absage
- Tiefe Wolkendecke: das Flugzeug muss die Absprunghöhe (3.000 bis 4.000 m) unter Sichtflugbedingungen erreichen können
Die Verschiebung ist bei fast allen Sprungplätzen kostenlos. Die beste Saison in Deutschland läuft von April bis Oktober, mit den stabilsten Bedingungen im Hochsommer. Für einen Sprung bei Interlaken oder in den Alpen kann das Wetterfenster kürzer ausfallen.
Häufig gestellte Fragen
Verhindert Höhenangst einen Fallschirmsprung?
Nein. Höhenangst ist eine Reaktion, die an einen visuellen Bezugspunkt gekoppelt ist (Klippenkante, Balkon). Auf 4.000 m Höhe fehlt jeder vertikale Referenzpunkt: Das Gefühl gleicht dem Schweben, nicht dem Stehen am Abgrund.
Darf eine schwangere Frau springen?
Nein. Schwangerschaft ist eine absolute Kontraindikation. Der Öffnungsschock (bis zu 3-4 G für den Bruchteil einer Sekunde) und die Druckschwankungen stellen ein reales Risiko dar. Kein Sprungplatz akzeptiert eine schwangere Passagierin.
Ich wiege zwischen 90 und 105 kg, welche Möglichkeiten habe ich?
Kontaktiere den Sprungplatz direkt. Viele akzeptieren Passagiere bis 100 kg, manche bis 105 kg mit einem Aufpreis von 20 bis 35 €. Gib deine Körpergröße an: Ein großes, sportliches Profil bei 95 kg wird deutlich leichter angenommen als eine kompakte Statur beim gleichen Gewicht.
Kann man am Tag nach einem Tauchgang springen?
Nein. Nach einem Gerätetauchgang sind mindestens 24 Stunden Pause nötig, um das Risiko einer Dekompressionskrankheit durch den schnellen Aufstieg in die Höhe zu vermeiden.
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