Die 14 besten Klettersteige der Schweiz, vom Anfänger bis zum Experten
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Die 14 besten Klettersteige der Schweiz, vom Anfänger bis zum Experten

9 Min. Lesezeit · April 2026

90 ausgerüstete Routen, sechs alpine Kantone, Schwierigkeitsgrade von K1 (familienfreundlich ab 7 Jahren) bis K6 (nur für erfahrene Alpinisten): Die Schweiz bietet einige der besten Klettersteige Europas. Geführte Touren kosten zwischen 85 und 300 CHF, die meisten Routen sind von Mai bis Oktober begehbar. Hier findest du 14 Klettersteige nach Schwierigkeit sortiert, mit Bewertung, Dauer, Höhenmetern und Budget, damit du den passenden Steig auswählen kannst.

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Klettersteig-Bewertungen: K1 bis K6

Die Schweiz verwendet die K-Skala (Klettersteig), von K1 (Familie) bis K6 (erfahrener Alpinist). So lässt sich die Skala mit den französischen Bewertungen vergleichen:

K-Stufe Französische Stufe Niveau Was das bedeutet
K1 F (leicht) Familie Breite Stufen, breite Leitern, Stege. Ab 7-8 Jahren
K2 PD (wenig schwierig) Anfänger Kurze vertikale Passagen, gute Griffe. Ab 10 Jahren
K3 AD (ziemlich schwierig) Mittelstufe Steil und ausgesetzt, Arme gefordert. Gute Fitness nötig
K4 D (schwierig) Fortgeschritten Vertikal, kurze Überhänge, Armkraft erforderlich
K5 TD (sehr schwierig) Sportlich Lang, anspruchsvoll, Ausdauer und Technik gefragt
K6 ED (extrem schwierig) Experte Minimale Sicherungen, nur für trainierte Kletterer

Unter K3 brauchst du keine Klettererfahrung. Die Voraussetzungen für Klettersteige variieren stark je nach Schwierigkeitsgrad.

Klettersteige für Anfänger und Familien in der Schweiz (K1-K2)

Brunnistöckli, Engelberg (K1-K2)

Zugänglich ab 8 Jahren, 45 Minuten am Drahtseil mit Panoramablick auf die Zentralschweiz. Zwei Varianten: die kurze Runde (K1, 200 Höhenmeter) und die volle Route (K2, 1h30). Zugang über die Brunnihütte-Seilbahn. Budget: 85 bis 130 CHF für eine geführte Tour. Von Luzern aus in knapp einer Stunde erreichbar. Unser Anfänger-Klettersteig-Ratgeber erklärt dir jeden Schritt.

Nax / Belvédère, Wallis (K1-K2)

Blick über das Rhonetal und die Walliser Gipfel, alles in 1h bis 1h30 Routenzeit. Der Belvédère bei Nax gehört zu den bestbewerteten Anfänger-Klettersteigen der Schweiz (4,8/5 bei 81 Bewertungen). Saison: Mai bis November. Ein guter Einstieg, bevor du dich in derselben Region an schwerere Routen wagst.

Pinut, Flims (K2)

Der älteste Klettersteig der Schweiz, 1739 erstmals eröffnet und 1907 neu ausgerüstet. 5 Stunden Hin- und Rückweg ab Flims im Graubünden, mit Höhlenpassagen und historischen Leitern. Eine Route, die alpines Erbe mit moderater körperlicher Herausforderung verbindet. Freier Zugang, keine Routengebühren.

Braunwald, Glarus (K1)

Zugänglich ab 7 Jahren. Braunwald bietet eine K1-Variante speziell für Familien und eine Steigerung auf K2-K3 am selben Standort. Autofreies Dorf, Zugang per Standseilbahn. Die Atmosphäre ist genauso sanft wie die Route selbst.

4 Routen, 4 Regionen, alle ohne Vorerfahrung machbar.

Klettersteige für Fortgeschrittene in der Schweiz (K3)

Tälli, Gadmen (K3)

Der erste moderne Klettersteig der Schweiz (1993) und nach wie vor einer der beliebtesten. 550 Haken, 600 m Route, 2h30 im Granit des Berner Oberlands. Das Highlight: eine 50-Meter-Leiter über dem Abgrund. Geführtes Budget: rund 150 CHF. Saison: Juni bis Oktober.

Gorner, Zermatt (K2-K3)

Drei Seilrutschen über der Gornerschlucht, am Fuß des Matterhorns. Eine 3- bis 4-stündige Route, die Felspassagen mit spielerischen Elementen verbindet. Einer der wenigen Klettersteige, die fast ganzjährig begehbar sind (geschützte Schlucht). Preis: 120 bis 180 CHF geführt. Die Kulisse ist außergewöhnlich, selbst für Walliser Stammgäste.

Eiger-Rotstock (K2)

1h15 Klettersteig mit der Eigernordwand als Hintergrund. 260 Höhenmeter, ab 10 Jahren begehbar. Die Route ist kurz, doch das Panorama ist wohl das ikonischste aller Schweizer Klettersteige. Zugang ab der Station Birg (Schilthorn). Budget: 100 bis 150 CHF geführt.

Die Eigernordwand zum Greifen nah. Schwer zu übertreffen für ein K2-Foto.

Diavolo, Andermatt (K2-K3)

In der Schöllenen-Schlucht, über der Teufelsbrücke. 2h30 Route zwischen Geschichte und Adrenalin: Die Schlucht diente seit dem Mittelalter als Durchgang zum Gotthard. Ausgesetzte Passagen, Granitfels, tosendes Wasser unten. Eine technische Route für K2-K3.

Anspruchsvolle Klettersteige in der Schweiz (K4-K5)

Mürren-Gimmelwald (K3-K4)

610 m Exposition, eine nepalesische Hängebrücke 100 m über dem Lauterbrunnental, und die Besonderheit eines Abstiegs-Klettersteigs. 3 Stunden Route in grandioser alpiner Kulisse. Mürren ist der beliebteste Klettersteig-Spot der Schweiz (4,8/5, 359 Bewertungen auf AllTrails). Geführtes Budget: 149 bis 250 CHF. Ab K3 verändern sich die Gefahren beim Klettersteig grundlegend.

Allmenalp, Kandersteg (K4-K5)

Wendeltreppe, nepalesische Hängebrücken, Seilrutsche und überhängende Passagen: Kandersteg packt alles in eine einzige K4-K5-Route. 3 Stunden anspruchsvolle Progression, die keinem anderen Schweizer Klettersteig gleicht. Nur für Kletterer mit mindestens 2-3 K3-Routen Erfahrung.

Rochers de Naye, Montreux (K4-K5)

360-Grad-Panorama über den Genfersee, die Waadtländer Alpen und den Jura. Einer der schönsten Aussichtspunkte der Schweiz von einem Klettersteig aus. 1h30 Kletterei, K4-K5, körperlich fordernd. Zugang mit der Zahnradbahn ab Montreux. Kurze Saison: Juni bis September.

Jägihorn, Saastal (K3-K4)

Gipfel auf 3 206 m, gegenüber den Viertausendern des Wallis. Der höchste Klettersteig der Westalpen. 5 Stunden Gesamtzeit, körperlicher Einsatz und Höhe. Die Luft wird dünner, die Panoramen weiter. Kein technischer Steig, sondern ein Ausdauer-Klettersteig in der Höhe.

3 206 m, dünne Luft, die Viertausender direkt gegenüber. Das Jägihorn ist der Höhen-Klettersteig.

Experten-Klettersteige in der Schweiz: die Bucket List (K5-K6)

Daubenhorn, Leukerbad (K5-K6)

Der längste Klettersteig der Schweiz und Europas. 2 km Stahlseil, 1 000 Höhenmeter, 8 Stunden Einsatz. Schwierigkeit K5-K6. Nur für erfahrene Alpinisten in ausgezeichneter körperlicher Verfassung. Die Route führt hoch über Leukerbad mit einem Blick auf das Wallis, der jeden Meter belohnt. Saison: nur Juli bis September.

Salbit-Höhenweg, Göschenen (K3-K4)

9 Stunden Königstour durch das Salbit-Massiv, Kanton Uri. Die 90 Meter lange Hängebrücke ist das Highlight. Die Route wechselt zwischen K3- und K4-Abschnitten, mit durchgehender Beanspruchung über den gesamten Tag. Ein vollständiges alpines Abenteuer, nur für erfahrene und eigenständige Bergsportler.

2 km Stahlseil, 8 Stunden Progression, 1 000 Höhenmeter. Der Daubenhorn ist für den Klettersteig, was das Matterhorn für den Alpinismus ist.

Welchen Klettersteig in der Schweiz solltest du wählen?

Profil Empfohlene Route Schwierigkeit Budget geführt Warum diese Route
Familie mit Kindern Braunwald K1 85-120 CHF Ab 7 Jahren, autofreies Dorf, Standseilbahn
Erwachsener Anfänger Brunnistöckli (Engelberg) K1-K2 85-130 CHF Kurz, Panorama, 2 Varianten
Erster K3 Eiger-Rotstock K2 100-150 CHF Kurz, Eiger-Blick, sanfter Aufstieg
Fortgeschritten mit Spaßfaktor Gorner (Zermatt) K2-K3 120-180 CHF 3 Seilrutschen, Matterhorn im Hintergrund
Sportlich mit Wow-Effekt Mürren-Gimmelwald K3-K4 149-250 CHF Nepalesische Brücke, 610 m Exposition
Experte / Bucket List Daubenhorn (Leukerbad) K5-K6 Auf Anfrage 2 km Stahlseil, 8h, längster in Europa

Auf der italienischsprachigen Seite ergänzen die Klettersteige im Tessin das Angebot mit einer K4-K5-Route am San Salvatore.

Klettersteig in der Schweiz: Saison, Budget und Ausrüstung

Die Saison hängt von der Höhenlage ab. Schluchten-Routen (Gorner, Diavolo) öffnen bereits im Mai, manche sind ganzjährig begehbar. Hochgebirgsrouten (Jägihorn, Daubenhorn) beschränken sich auf Juli bis September.

Posten Budget
Geführte Halbtages-Tour 85-150 CHF
Geführte Tagestour (K4+) 150-300 CHF
Eigenständiger Zugang (ohne Führer) 0-50 CHF (manche Steige kostenlos)
Klettersteig-Set Verleih (Sicherungsgerät + Helm + Gurt) ~30 CHF

Schweizer Preise liegen über den Kosten für Klettersteige im restlichen Europa. Die nötige Ausrüstung für den Klettersteig hängt vom angestrebten Schwierigkeitsgrad ab.

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Häufig gestellte Fragen

Welcher ist der schönste Klettersteig der Schweiz?

Der Mürren-Gimmelwald ist der beliebteste (4,8/5, 359 Bewertungen) dank der nepalesischen Hängebrücke und dem Blick ins Lauterbrunnental. Für reines Panorama bieten die Rochers de Naye über Montreux einen 360-Grad-Blick auf den Genfersee. Es kommt darauf an, was du suchst: das Erlebnis (Mürren) oder das Panorama (Naye).

Kann man in der Schweiz Klettersteig ohne Erfahrung machen?

Ja. K1-Routen wie Braunwald (ab 7 Jahren) oder Brunnistöckli in Engelberg (ab 8 Jahren) sind für absolute Anfänger ausgelegt. Eine geführte Tour beinhaltet die komplette Ausrüstung und die Einweisung in die Steig-Technik.

Was kostet ein Klettersteig in der Schweiz?

Zwischen 85 CHF für eine geführte K1-K2-Einführung und 300 CHF für einen ganzen Tag auf einer K4-K5-Route. Eigenständig sind manche Routen kostenlos (Pinut), andere verlangen eine Zugangsgebühr (15-50 CHF). Klettersteig-Set Verleih: rund 30 CHF.

Wann ist die beste Saison für Klettersteige in der Schweiz?

Mai bis Oktober für die meisten Routen. Geschützte Schluchten (Gorner, Diavolo) öffnen früher und schließen später. Hochgebirgsrouten (Jägihorn auf 3 206 m, Daubenhorn) sind nur von Juli bis September begehbar. Juni und September bieten die beste Balance: stabile Bedingungen, weniger Betrieb als im Juli und August. Wenn die Schweizer Saison vorbei ist, bleiben die Klettersteige in Österreich noch länger im Herbst geöffnet.

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